Mai 2026: Tag24: „Gewalt gegen Frauen nimmt zu, doch viel zu oft fehlen Schutzräume“

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Androhungen, Anmachen, Angriffe: Verdeckte und offene sexualisierte Gewalt – speziell gegen Frauen – hat in Deutschland zugenommen. Das belegen Zahlen der Polizei. Studien dazu sagen, dass dieser Trend nicht rasch gestoppt werden kann. Doch bereits jetzt steht in Sachsen das System vor dem Kollaps, das Opfer und ihre Angehörigen auffangen und ihnen Sicherheit bieten soll. Schicksale, Zahlen, Fakten, Meinungen und ein Blick auf die politischen Debatten.

Unser Vorstand Kevin Idel und Sprecherin unseres Mitgliedsvereine Frauen für Frauen e.V. Leipzig im Interview mit Pia Lucchesi.

„Geschlechterspezifische und speziell häusliche Gewalt ist in allen Schichten und Teilen der Gesellschaft anzutreffen“, sagt Kevin Idel (35). Er gehört zum Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V. Kevin Idel beobachtet mit Sorge, dass die Gewalt gegen Frauen wächst, je erfolgreicher diese ihre Rechte durchsetzen und wirtschaftlich unabhängig werden.

Vorstand Kevin Idel: „Zwei Seiten einer Medaille. Am Ende geht es immer um die Macht der Männer und deren Kontrollverlust. Trennungssituationen sind daher für Frauen besonders gefährlich.“

„Unsere Beratungsangebote sind vollständig ausgelastet. Der benötigte Bedarf übersteigt deutlich die aktuell möglichen Beratungskapazitäten“, berichtet eine Sprecherin von „Frauen für Frauen“ in Leipzig. Der Verein betreut zwei Schutzhäuser, zwei Beratungsstellen sowie ein Präventionsprojekt. Mit fünf (ausgelasteten) Frauenhäusern steht Leipzig vergleichsweise gut da. Große Lücken bei der Beratung und bei Hilfsangeboten klaffen im ländlichen Raum.

Zum Gewalthilfegesetz in Sachsen

Das Sozialministerium kündigte an, bis zum 31. Dezember 2026 eine Entwicklungsplanung für diesen Bereich zu erstellen.

Kevin Idel: „Die geplanten Maßnahmen gehen nicht weit genug. Es wird wesentlich mehr Geld benötigt für Personal, Einrichtungen, Sach- und Unterhaltskosten sowie Prävention. Man darf niemals vergessen: Es geht hier immer um Menschen, die extremem Belastungen ausgesetzt sind und teilweise Todesängste ausstehen.“

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